Dummy Training

Die Arbeit mit Dummys (engl. Attrappe), bzw. das Apportieren (lat. apportare – herbeibringen) hat seinen Ursprung im jagdlichen Bereich. In der jagdfreien Zeit, sowie in der Ausbildung und im Training eines Jagdhundes, finden das sogenannte Dummy-Training seinen ursprünglichen Verwendungszweck.

Das Dummytraining etablierte sich jedoch immer mehr und wurde mit wachsender Begeisterung einer sehr beliebten Beschäftigung – auch unter den nicht jagdlich geführten “Fellnasen” und Familienhunden.

Dem Ball hinterher zu rennen oder das Stöckchen zu bringen ist schon ein guter Einstieg, aber noch lange nicht alles, was zum Dummy-Training dazugehört.

Nicht selten ist zu beobachten, dass Hunde freudig und mit Leidenschaft dem geworfenen Gegenstand hinterherrennen und diesen im Folgenden auch aufnehmen. Dennoch ist im weiteren Verlauf zu beobachten, dass viele Hunde ihre Beute nicht gerne teilen oder beim Menschen abliefern.

Suchen und finden

Das Heimbringen, das Ausgeben und den Zweibeiner an der “Beute” teilhaben zu lassen, ist keine Selbstverständlichkeit. Aber es ist ein sehr schönes Geschenk für den Menschen. Wenn du dir vor Augen hältst, mit welcher Begeisterung der Hund hinausgeht, um den Gegenstand zu finden. Und wie stolz viele Hunde sind, wenn sie fündig werden. Umso schöner erscheint es, wenn der Hund seinem Menschen vertraut und die Beute in seine Nähe bringt.

Die unterschiedlichen Aufgaben aus dem Apportieren/Dummy Training zählt zu einer der schönsten Beschäftigungen für den Hund, die sich leicht in die täglichen Spaziergänge integrieren lassen.

Im Dummy-Training steht dir ein breites Spektrum an Aufgaben zur Verfügung, das du in kleinschrittige Übungen zerlegen kannst. Dadurch kannst du viel Abwechslung in dein Training und in deine Spaziergänge bringen. Sei es eine kleine Suchaufgabe oder das Lenken des Hundes auf ein Ziel, wobei der Hund lernt verstärkt auf deine Körpersprache zu achten als auch dir zu vertrauen.

Des Weiteren wird das Zusammenspiel der Konzentration des Hundes auf die Umwelt, den Gegenstand und seinen Menschen gefördert und trainiert. Auch das freudige Aufnehmen und  Tragen eines Gegenstandes wird trainiert, sowie auch viele weitere Signale. Zum Beispiel das Stoppen des Hundes auf Distanz, der Rückruf und das Ausgeben von Gegenständen. Die Ansprechbarkeit des Hundes auch auf größere Distanz werden trainiert und erweisen sich auch im “ganz normalen” Alltag als sehr nützlich.

Was bedeutet das Dummy-Training für das Mensch-Hund-Team?

Alle diese Aufgaben fördern die Kooperation, Kommunikation und die Freude an der Interaktion zwischen Mensch und Hund. Der Mensch lernt viel genauer auf seine eigene Körpersprache als auch auf die seines Hundes zu achten.

Häufig sind es die Kleinigkeiten in der Körpersprache, die es dem Hund erschweren seine Beute gerne mit dem Menschen zu teilen. Bist du beispielsweise zu frontal für den Hund ausgerichtet, wirkt es wenig einladend auf deinen Hund mit der Beute zu dir zu kommen. Du kannst es deinem Hund erleichtern, indem du entweder in die Hocke gehst oder dich seitlich zu ihm drehst, während er auf dich zurennt.

Greifst du zu früh nach dem Apportier-Gegenstand, könntest du bedrohlich auf den Hund wirken. Oder er hat bereits verknüpft, dass die annähernde Hand des Menschen für ihn bedeutet, den Gegenstand fallen zu lassen. Mit der Konsequenz, dass er fortan das Dummy zu früh fallen lässt.

Es gibt viele Signale des Körpers, die der Mensch unbewusst sendet, der Hund aber wohl wahrnimmt.

Je klarer du als Mensch sowohl in deiner verbalen als auch in deiner körpersprachlichen Signalgebung bist, umso besser versteht dein Hund, was du von ihm möchtest. Je mehr du deinen Hund beobachtest, umso leichter wirst du sein Ausdrucksverhalten richtig deuten können.

Vertrauen durch das Dummy-Training

Ein weiterer grundlegender Aspekt, warum das Dummytraining sich positiv auf das Miteinander zwischen Mensch und Hund auswirkt, basiert auf dem gegenseitigen Vertrauen, das sich Stück für Stück weiter entwickelt und sich festigt.

Der Mensch lernt seinem vierbeinigen Gefährten immer mehr zu vertrauen, umso weiter er ihn später in das Gelände schickt. Sogar außer Sicht und bei der Suche, bei welcher der Hund allein arbeitet, hat der Mensch das Gefühl der Zuversicht: “mein Hund weiß was er tut.”

Der Hund wiederum lernt seinem Zweibeiner zuzutrauen, ihm den richtigen Weg zu einem möglichen Dummy zu zeigen. Beim späteren Einweisen schickt der Mensch seinen Hund los. Und das ohne, dass der Hund weiß, dass dort ein Dummy liegt. Der Hund wirs in eine bestimmte Richtung geschickt und sollte sich auf seinen Menschen verlassen. Er sollte die vorgegebene Richtung einschlagen, obwohl er vielleicht ein anderes Dummy aus einer anderen Richtung in der Nase hat. Dies formt eine wunderbare Kooperation zwischen Mensch und Hund und wirkt sich positiv auf eine stabile Vertrauensbasis aus.

Körperliche und geistige Auslastung beim Dummytraining

Vertrauen und Bindung entwickeln sich auch aus der Fähigkeit des Menschen die Bedürfnisse des Hundes zu befriedigen und dabei unterstützt uns das Apportiertraining mit einer Vielzahl an Möglichkeiten.

Bewegung ist ein weiteres elementares Bedürfnis vieler Hunde. Das Dummytraining vereint die körperliche mit der geistigen Auslastung der Hunde ungemein. Es gibt doch kaum etwas Schöneres, als dem Hund bei der freudigen Arbeit im Gelände zu zu schauen.

Wir werden dem Bewegungsdrang unserer Hunde gerecht und der Hund darf dabei auch noch denken! Bei der Freiverlorensuche kann er seine Nase intensiv anstrengen, bei den Markierungen kann er seine Konzentrations- und Merkfähigkeit schulen und wir haben ein sehr gutes Training für die Aufmerksamkeitsteilung des Hundes. Der Hund lernt seine Aufmerksamkeit nicht nur den fliegenden Gegenständen zu schenken, sondern auch uns!

Durch den kleinschrittigen Aufbau der einzelnen Übungen bis hin zu der Handlungskette eines kompletten Apports, erfahren wir jede Menge über die angewandte Lerntheorie die in der Praxis so wichtig ist.

Ein schönes positiv aufgebautes Apportiertraining schweißt das Mensch-Hunde-Team in vielen Bereichen noch näher zusammen. Wenn das Training dem Hund angepasst ist, er weder gelangweilt noch überfordert wird, er Erfolgserlebnisse erfahren kann und er die Freude am Apportiertraining beibehalten darf, festigt dies die Bindung  zwischen Mensch und Hund. Die Bindung, nach der wir alle streben, charakterisiert sich durch einen überproportionalen Austausch von POSITIVEN Verhaltensreaktionen! Es ist immer ein Geben und Nehmen im Zusammenleben von Lebewesen!

Text:

© 4steps4dogs – Training für Mensch & Hund  Heike Benzing 2013

Dummy-Training

Ort:
Steinenbronn und Umgebung

Start:
Einstieg jederzeit möglich

Termin:
Mittwochs , 18 Uhr Anfänger

Voraussetzungen:
Guter Grundgehorsam unter Ablenkung
Hunde ab 6 Monate

Kosten:
siehe Preise

Bei Fragen kontaktiere mich gerne, ich freue mich:

 0176 61925633

info@hundeschule-elementar.com

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